Wie sich die Zeiten doch ändern, Herr Chrischan und die anderen Oft-Diskutanten im Forum. Heute meldet "NIEDERLAUSITZ aktuell" online gar die Neuweihe an der Herzberger Südpromenade. Ich bedaure, niemanden von Ihnen dort gesehen und meinen Ausführungen lauschen gehört zu haben. Denn:
Ihr Fazit, Herr Chrischan, lautete im Mai ja noch: eine neue pilgerstätte wurde errichtet, nun bin ich gespannt, ob es auch pilgerer geben wird. fakt ist, dass das neue denkmal hübscher als das alte ist und so thälmann im jahre 2009 noch einmal zu ehren gekommen ist. passen wir aber bitte auf, dass "vorwärts im geiste ernst thälmanns" nicht in die realtität umgesetzt wird.
Fraktionsangehörige mehrerer Parteien und auch der freundliche Bürgermeister Ihrer Stadt waren da und konzidierten mir eine faktenreiche, den Menschen Ernst Thälmann in seiner Widersprüchlichkeit, aber auch Standhaftigkeit, Nichterpressbarkeit und Nichtprovozierbarkeit in faschistischer Kerkerhaft mit vielen ihnen bisher unbekannten Facetten vor Augen geführt zu haben. Wo ist da die neue Pilgerstätte nur hin?! Es ist doch wohl makaber, den sich in 11 Jahren NS-Kerkerhaft bewährenden Antifaschisten Ernst Thälman einfach auszuklammern oder mit einem Verdikt zu belegen. Zumal er der gleichen NS-Mordaktion "Gewitter" zum Opfer fiel wie viele Attentäter und Mitwisser des 20. Juli 1944. Gegen die am 14. August 1944 ebenfalls Maßnahmen abgesprochen und eingeleitet wurden. Der Spickzettel Himmlers spricht da für sich. Und bessere Demokraten waren sie fürwahr wohl auch nicht. Also, was solldas Gezänk?! Übrigens: Der "Schweinitzer Kreis-Anzeiger" von Ende April 1925 vermeldete auch 59 Stimmen für den Reichspräsidentschaftkandidaten Thälmann aus der Herzberger Bevölkerung. 1932 waren es noch wesentlich mehr. Thälmann und das Denkmal ghören nunmal zur Geschichte - auch Herzbergs (Elster). Also bitte locker bleiben und ohne Vorurteil bewerten, das ist wohl immer noch die bessere Methode. Danke!
Ein freundliches Hallo dem (anonymen) Belzebub! Ich will nicht bestreiten, dass (")der Teufel(") möglicherweise anderes als wichtiger ansieht als die Geschichte. Aber andere wieder juckt es schon. Immerhin griffen er oder sie recht schnell zur Sprühflasche (unabhängig davon, ob das Geld für die Ausgabe selbst erarbeitet war oder irgendwie besorgt wurde), um sich dann feige im Verborgenen des Unbeobachtetseins der "künstlerischen" Betätigung zu widmen - als Farbschmierfink am Thälmann-Denkmal. Und das auch auf Kosten des (") Teufels("), der ja bekanntlich ins Steuersäckel bei jedem Einkauf im Discounter mit einzahlt. Auch das ist Dir egal, liebes Teufelchen?! Mag sein, dass es Dich überhaupt nicht wurmt, was da passiert, solange man nicht selbst etwas davon zu spüren bekommt. Aber Menschen einfach zu ignorieren mit ihren Lebensleistungen, die sich zum Beispiel nicht beugen, korummpieren und provozieren ließen, das ist schon einigermaßen makaber. Was tust denn Du, wenn man Dich mit dem Weihwasser übergießt und Dich so enttarnt?! Der Mensch lebt halt nicht nur für sich allein und ohne seine Umwelt mit ihrer Vorgeschichte. Soll man den Schändern nicht erst ihr Handwerk legen?
LOL, das ich dies Farbschmiererei nicht gut heiße (wie auch an allen privaten & öffentlichen Gebäuden) dürfte ja wohl klar sein. Mir geht´s darum, dass es wenn ich das "Schauspiel" um das Thälmanndenkmal insgesamt sehe, mich dies wenig bis gar nicht juckt ob das wieder aufgestellt wurde oder nicht. Dieses ganze Politikgeplänkel um seinen Abriss des alten maroden und hässlichen "Denkmals" über den "Streit" der Parteien zum Abriss etc. bis zum Wiederaufstellen, find ich höchst amüsant. Dazu gibt es eben zu viele wichtigeren Probleme aktuell in meinen Augen.
Gruß
------------------------------------------------- Lernen durch Schmerz, Motivation durch Entsetzen!
Ein freundliches Hallo dem Belzebub und allen, die unseren Gedankenaustausch mit verfolgen! Was Verständigung doch auf den Tisch zu bringen vermag: Es gibt also noch mehr Kritiker der Farbschmiererei an der Südpromenade im Speziellen und von kulturlosen tac-Angriffen jeder Art ganz allgemein. Man könnte ja sonst von sich meinen, schon von vorgestern zu sein oder ins Irrenhaus zu gehören mit seiner Kreitik, aber dem ist glücklicherweise nicht so. Dafür Dank auch dem Teufel. Was ich dennoch nicht verstehe, ist der Fakt, weshalb man sich durch das Hin und Her zum Thälmann-Denkmal in Herzberg (E.) so vernebeln lassen kann, dass man gar keine Stellung mehr glaubt beziehen zu brauchen, ob ein solcher "Stein" zum Hinsehen, Erinnertwerden und Nachdenken nicht vielleicht doch ganz nützlich ist in der heutigen Zeit. Denn, wenn man dies tut, wird vielleicht doch aus manchem Amüsement endlich Ernsthaftigkeit. Und eine weit verbreitete Spaßgesellschaft braucht nunmal auch den Ernst als Gegenstück, will sie nicht wer weiß wohin verkommen, meine ich. Aber Du, Teufelchen, hast ja noch nicht einmal gesagt, was Dir nun eigentlich das in Deinen Augen Wichtige(re) wiklich ist. Lässt es sich nicht benennen, dann hätten ja diejenigen recht, die dahinter nur ein Ablennkungsmanöver vermuten. Lass uns doch einfach mal in Dich und was Dich wirklich bewegt hineinblicken, lieber Teufel. MfG aus Berlin.
bin sicherlich kein Vertreter der Spaßgesellschaft-sicher nicht. Und wenn ich mich "Teufelchen" nennen würde, dann würde ich hier sicher nix zu sagen. Und nur mal so am Rande, ich muss hier gar niemanden irgendwas "benennen" oder meine passive Haltung zum Denkmal begründen. Wer die Augen in EE/ BRB richtig aufmacht, der braucht nicht fragen welche Probleme hier am dringendsten sind. Darüber lamentieren doch die Herrn/Damen im Anzug in Potsdam/Berlin mit weitreichenden Blick an der Realität vorbei, doch schon (lange) genug Das solls von mir dazu gewesen sein.
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Hallo Sie/Ihr lieben FORUM-Besucher! Es ist schon vertrakt: Zur Spaßgesellschaft will man nicht gehören, aber sein Innerstes nach Außen kehren auch nicht. Da sind wir mal schnell bei Horst Schlämmer (eigentlich Hape Kerkeling) gelandet. Nichts versprechen, damit man selbst nichts halten muss, was sich als nicht einhaltbar herausstellt, heißt die Devise dann. Auch des Teufels - oder? Doch nun kömmt der Ernst zurück: Wo bleiben in Sachen Stellungnahme zum Ernst-Thälmann-Denkmal jene, die sich am letzten Samstag öffentlich den Neonazis in den Weg stellten? War Ernst Thälmann, der sich in 11 Jahren Nazihaft nicht beugen, nicht korrumpieren oder gar provozieren ließ, nicht ebenfalls Gegner von Faschisten seiner Zeit, die sich selbst als Nationalsozialisten verstanden? Er darf nicht vergessen gemacht werden, wenn Menschen ob ihrer auf Beendigung von "Terror und Unrecht" im NS-Regime gerichteten Haltung hohe Wertschätzung erfahren. Es gab eben auch, aber nicht nur den 20. Juli 1944 ... Seit 26 Jahren gehört zur Geschichte von Herzberg/Elster Thälmanns Denkmal und das möge so bleiben.
melde mich aus dem urlaub zurück. es gab tatsächlich eine "denkmalweihe"? dann hat mir mein urlaub die entscheidung abgenommen, da nicht hinzugehen. man kann mit sicherheit keine rangliste des widerstands gegen hitler aufstellen. ich habe aber nach wie vor ein problem damit, dass in der heutigen zeit denkmäler errichtet werden (aus welchen gründen auch immer), die unserer verfassung widersprechen. und das tut dieses denkmal. denn "vorwärts im geiste ernst thälmanns" heißt nichts anderes als unsere werteordnung mit all seinen demokratischen facetten über den haufen werfen zu wollen. ggü. dieses denkmales werden antifaschisten meines erachtens doch in gebührender art und weise geehrt??? ps: wo sind die einzeldenkmäler für die bonhoeffers, scholls oder stauffenbergs, die nicht eine diktatur mit der nächsten ablösen wollten??
Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die einen Schutzmauern, die anderen bauen Windmühlen. (Chinesisches Sprichwort)
Das mit dem Urlaub und der Entscheidungsabnahme dadurch lassen wir einfach mal so stehen. Aber wer über einen (angeblichen) Verfassungswiderspruch eines solchen Denkortes fabuliert, dem muss wohl vor Augen geführt werden, dass er heute in einer Gesellschaft der Meinungsfreiheit und Meinungsvielfalt lebt. Dem ist das Aushaltenmüssen von Widersprüchen inbegriffen. Aber die wohl entscheidende Frage ist: Hatte Ernst Thälmann in über elf Jahren faschsistischer Kerkerhaft überhaupt Gelegenheit, sich ein Nach-Hitler-Gesellschaftsmodell zu "basteln"? Dass er keine Gelegenheit dazu mehr bekam (wie übrigens D. Bonhoeffer, die Geschwister Scholl, Oberst C. Graf Stauffenberg und andere Widerständler auch nicht), es umzusetzen, steht ja wohl außer Frage. Übrigens dürften Straßennamen und Denkmale für sie zusammengenommen aufgrund erheblicher Denkmal- und Straßenschilderstürmereien in den 1990er Jahren die Erinnerungsortezahl an Ernst Thälmann inzwischen erreicht haben. Doch es geht vielmehr auch darum, dass sich Ernst Thälmann in der NS-Haft nicht beugen, nicht korrumpieren und nicht provozieren ließ durch die Schergen Hitlers. Wenn diese Haltung keinen Respekt abnötigt, dann hat der Betreffende wohl ein falsches Forum gewählt, weil ihm solcher vor der Lebensleistung anderer Menschen offenbar abhanden gegangen ist. Den vollkommenen, in nichts zu kritiserenden antifaschistischen Widerstand aber gibt und gab es nicht. Wie Frau Dr. Leo es aber tut, nämlich aufrechte unbeugsame Haltung wie im Falle Thälmanns im Kerker als nicht antifaschistisch zu diskreditieren, das klingt nicht nur, das ist schon makaber. Zumal sie selbst in Artikeln offizieller Zeitschriften der DDR etwas Gegenteiliges behauptet hat.